blindenschrift.net in Brailleschrift

blindenschrift.net

Kristin John geht auf das Gymnasium der blista und hat den Braillevorlesewettbewerb des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) gewonnen.Die Blindenschrift, die nach ihrem französischen Erfinder Louis Braille auch Brailleschrift genannt wird, fasziniert immer wieder aufs Neue und hat in den letzten fast 200 Jahren nichts von ihrer Bedeutung verloren.
Mit dieser Seite möchten wir die Suche nach Brailleschriftbüchern erleichtern und Interessierten diese „Geheimschrift“ etwas näher bringen.

Die Kataloge

Wählen Sie aus 40.000 Büchern in Blindenschrift und leihen Sie ihr Lieblingsbuch online aus.

[extern]Online Katalog mit allen deutschsprachigen Hör- und Punktschriftbüchern.

Hier können Hörbuchfans aus 65.000 Titeln auswählen und kostenlos ausleihen. Dieser Service steht aus urheberrechtlichen Gründen nur Menschen zur Verfügung, die nachweislich blind oder sehbehindert sind.

Wenn Sie ein Blindenschriftbuch kaufen möchten, informieren Sie sich im [extern] Verlagsverzeichnis der Braille - Druckerei in Marburg.

[extern] www.blindennotenschrift.de
Informationen zum Thema Notenschrift für Blinde, sowie Kontaktadressen zu blinden Musikern und Institutionen, die Noten verkaufen oder erleihen finden sie hier.
Zusätzlich erhalten sie Tipps zum Erlernen der Notenschrift sowie eine Liste interessanter Internetadressen und Mailinglisten zum Thema, die ständig aktualisiert wird.

Zurück an den Anfang der Seite

Blindenschrift

Sie möchten ausprobieren wie Ihr Name in Blindenschrift aussieht oder einen kleinen Text schreiben?
Dann nichts wie hin!

[extern]Text in Punkschrift - Übersetzen Sie Ihren eigenen Text in Brailleschrift.

Es bedarf vieler Arbeitsschritte, bis die Zeitschrift oder das Buch in Blindenschrift produziert ist.

Was ist eine Braillezeile, wie arbeiten blinde Menschen am Computer und wie schreiben sie?
Antworten auf diese und ähnliche Fragen finden Sie hier: [extern]http://www.ihre-einstellung.de/blindentechniken.htm.

Zurück an den Anfang der Seite

Louis Braille

Louis Braille, am 4. Januar 1809 in Coupvray bei Paris geboren und am 6. Januar 1852 in Paris verstorben, ist der Erfinder des nach ihm benannten Punktschriftsystems für Blinde, der Brailleschrift.

[intern]Wer war Louis Braille.

Das Geburtshaus von Louis Braille in der Nähe von Paris ist heute ein [extern]Museum (Seite englischsprachig).

Zurück an den Anfang der Seite

Brailleschrift Sechs Punkte

Artikel aus der Frankfurter Rundschau zum 200. Geburtstag von Louis Braille

von Keyvan Dahesch

Im Oktober 1825 schuf der Franzose Louis Braille 16-jährig die aus sechs Punkten bestehende Blindenschrift. Mit dieser genialen Erfindung stieß der am 4. Januar 1809 in Coupvray bei Paris geborene und mit drei Jahren durch einen Unfall in der väterlichen Sattlerwerkstatt erblindete Junge für die Blinden in aller Welt das Tor zur Bildung auf.

Die sechs Punkte, die vollständig wie die Zahl sechs auf einem Würfel in zwei Reihen senkrecht nebeneinander stehen, lassen sich einschließlich eines Leerraums 64fach kombinieren. Damit sind alle Buchstaben und Satzzeichen rasch erkennbar darzustellen.
Auf die Idee mit den Punkten brachte den bildungshungrigen Knaben im April 1821 ein Hauptmann Namens Charles Barbier. Im Pariser Blindenbildungsinstitut erläuterte er eine Methode, die er kreiert hatte und Nachtschrift nannte. Mit ihr übermittelten sich seine Soldaten in der Dunkelheit Nachrichten. Barbier dachte, dass auch blinde Menschen sie verwenden könnten. Bei dieser Schrift wurde das Wort in Laute zerlegt. Jeder Laut erhielt ein anderes Muster aus elf erhabenen Punkten, deren Stellung zueinander ihre Bedeutung ausmachten. Es gab weder Zahlen noch Satzzeichen.

Höchste Auszeichnung

Das Verfahren eignete sich allerdings nur für kurze Mitteilungen. Außerdem erschwerte die große Punktzahl nach Ansicht des Institutsschülers Braille das Lesen. Eifrig tüftelte er mehr als drei Jahre, bis er mit den sechs Punkten die Lösung präsentierte. Daraus entwickelte der leidenschaftliche Klavier- und Orgelspieler 1828 auch noch die Notenschrift für Blinde.
Doch viele Jahre kämpfte Braille vergeblich für seine Schrift. Erst 1851 - der Gesundheitszustand des seit Jahrzehnten an der Tuberkulose leidenden Braille verschlechterte sich dramatisch - überreichte ihm in der Krankenstube des Bildungsinstituts ein Staatsrat der Regierung die höchste Auszeichnung seines Vaterlandes, das Kreuz der Ehrenlegion.

Am 6. Januar 1852 starb Louis Braille im Alter von 43 Jahren - zwei Jahre, nachdem sein Schriftsystem in Frankreich offiziell in der Blindenbildung eingeführt worden war. In Deutschland war es erst 1879 soweit.

Ohne Brailles Schrift aus sechs Punkten, die später auf acht Punkte erweitert wurde, hätten blinde Menschen viele außergewöhnlichen Leistungen nicht erbringen können. Hier einige Beispiele:

Als der blinde Hans-Eugen Schulze 1936 mit 14 Jahren in der Blindenschule in Soest mit der Ausbildung zum Korbmacher, Stuhlflechter und Bürstenbinder anfing, konnte er sich so ziemlich alles vorstellen, nur nicht, dass er 50 Jahre später mit vielen Ehrungen als Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe in den Ruhestand verabschiedet werden würde. Sein Werdegang vom Handwerker über den Stenotypisten in der Justizbehörde, das Abitur in der Deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg, das Jurastudium und Promotion, die Richtertätigkeit in Nordrhein-Westfalen bis hin zum Wechsel an den Bundesgerichtshof 1963 zeigen, welche Fähigkeiten nichtsehende Menschen mit Hilfe der Punktschrift entwickeln können, wenn sie eine Chance bekommen.

Der 1932 in München geborene Herbert Demmel besuchte dort die Landesblindenschule, ließ sich in einer kunsthandwerklich ausgerichteten Weberei ausbilden. 1949/50 absolvierte er die damals für Blinde recht aussichtsreiche Stenotypistenausbildung und arbeitete von 1951 bis 1959 in der Nachrichtenaufnahme des Bayerischen Rundfunks. Mit 320 Silben pro Minute wurde er 1956 Bayerischer Stenografenmeister. Durch den Besuch einer Abendschule schaffte er 1958 das Begabtenabitur und studierte bis 1963 an der Ludwig-Maximilian-Universität in München Rechtswissenschaft. Nach dem 1967 bestandenen zweiten juristischen Examen arbeitete er bis Ende Januar 1992 als Rechtsanwalt und Landesgeschäftsführer des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes. Noch mit 70 Jahren promovierte Demmel 2002 ebenfalls an der Ludwig-Maximilian-Universität zum Dr. jur.

Den Vorlese-Wettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Frankfurt gewann mit zwölf Jahren eine ohne Sehvermögen geborene Schülerin der Blindenschule Ilvesheim. Dafür müssen sich die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler über Klassen-, Schul-, Stadt, und Landesmeisterschaften qualifizieren. Auch beim Bundesentscheid müssen sie einen unbekannten Pflichttext und als Kür einen selbst gewählten Text lesen. Anja Geißler schaffte das ohne Behindertenbonus.
Nach Abitur, Handelsschule und einem Studium arbeitet Anja Geißler heute in Mainz als Landtagsstenografin. Sie schreibt über 300 Silben in der Minute. "Zwischenrufer erkenne ich an der Stimme", sagt sie schmunzelnd.

Reiner Unglaub ist Vorleser - von Berufs wegen. Der Wahlmünchner hat nicht nur eine ganze Reihe Hörbücher aufgenommen, sondern liest auch live. Die Brailleschrift hat er bereits als Siebenjähriger im Internat in Weimar gelernt. Später studierte er Sprachwissenschaft und Germanistik und kam als Sprecherzieher an den Berliner Rundfunk in Ost-Berlin. Dort bildete er Moderatoren aus, verlor nach einigen Jahren aber aus politischen Gründen die Stelle. Danach studierte er Theologie und war als Pfarrer tätig. Von einem Besuch in Westen kehrte er nicht mehr zurück. In Marburg bildete er für die Hörbücherei Sprecherinnen und Sprecher aus, die später beim Hessischen Rundfunk Karriere machten. 1987 wurde er Leiter der Bayerischen Blindenhörbücherei in München. Heute ist er ein gefragter Hörbuch- und Vorleser.

Die weltweit bekannte und bewunderte US-Schriftstellerin Hellen Keller verlor knapp zweijährig durch eine Hirnhautentzündung Hör- und Sehvermögen. Trotzdem brachte es die 1880 geborene Hellen durch die unermüdliche Arbeit ihrer Lehrerin Anne Sullivan als Schriftstellerin und Friedensbotschafterin zum Weltruhm.
Mühsam brachte Sullivan ihrem Schützling das aus Strichen und Punkten in die Hand bestehende Tastalphabet bei, danach die Brailleschrift.
Damit schrieb Hellen Keller ihre Berichte und Erzählungen und übertrug sie anschließend mit der gewöhnlichen Schreibmaschine in Normalschrift. Bis zu ihrem Tod 1968 kommunizierte sie mit Besucherinnen und Besuchern mit dem Tastalphabet, mit den vielen Freundinnen und Freunden in der Welt in Braille- oder Normalschrift.

Ähnlich bewunderte Leistungen erbringt Helge Maistryszin. 1956 in Frankfurt am Main gehörlos zur Welt gekommen, machte er trotz zunehmender Sehschwäche seinen Realschulabschluss und die Ausbildung zum staatlich geprüften Masseur. Danach arbeitete er - inzwischen völlig blind und gehörlos - als ein begehrter Therapeut in einem Frankfurter Krankenhaus.
Eine Hilfskraft teilte ihm mit dem Tastalphabet den Namen, die Diagnose und verordnete Therapie mit, die er in Blindenschrift notierte. Mit der Erschließung des Computers für auch nichtsehende Menschen war er einer der ersten, die sich die Methode aneignete.
Damit korrespondiert Maistryszin fleißig mit Freunden und Bekannten. Die Tageszeitung holt er täglich aus dem Internet und liest sie auf der Braille-Zeile, einer Schiene unterhalb der PC-Tastatur. Nach der Heirat arbeitet er heute in München. In der Freizeit ist er ein schwer besiegbarer Schachspieler, schneller Tandemfahrer und Bergwanderer.

Weitere Informationen

Informationen zur Arbeit der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista) gibt es unter [extern]www.blista.de

Zurück an den Anfang der Seite

ImpressumKontakt